Welchen gesundheitlichen Schaden können Diäten anrichten?

Teil 2 aus der Blogreihe zum Thema "abnehmen" - Eine Reduktion an Kalorien bedeutet gleichzeitig eine Reduktion an zugeführten Nährstoffen. Die Folge daraus ist automatisch ein Mangel an Nährstoffen, somit auch ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das kann langfristig zu ernsthaften Erkrankungen führen. 

 Marina Oertel, Köln

Heutzutage wird im umgangssprachlichen Gebrauch das Wort Diät mit Gewichtsreduktion in Verbindung gebracht. Zu diesem Zweck gibt es viele verschiedene Diät-Formen. 

Hierzu zählen unter anderem Diät-Drinks/-Shakes, fettreduzierte Ernährung, kohlenhydratreduzierte Ernährung, proteinreiche Ernährung, Trennkost, Ernährung nach der Tageszeit, Volumen-Tricks und die altbewährte Methode der Kalorienreduktion (FDH - "friss die Hälfte").

 

Im nächsten Blog "Was ist der Schlüssel zum Wunschgewicht?" (Teil 3 aus meiner Blogreihe zum Thema "abnehmen") gehe ich etwas genauer auf die verschiedenen Diätformen ein.

 

Im vorherigen Blogbeitrag habe ich schon auf den Mangel an sich hingewiesen, der durch Verzicht von Lebensmitteln/Lebensmittelgruppen und/oder Kalorien auftritt. 

Heute gehe ich etwas genauer auf die 1000-Kalorien-Diät ein - die Kalorienreduktion

 

 

 

Tag und Nacht verbrauchen wir Energie. Diese Energie bezieht der Körper aus unserer Nahrung - unserer Kalorienzufuhr. 

 

Der Richtwert der Kalorienzufuhr pro Tag für Personen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit und im Alter zwischen 25 und 51 Jahren beträgt bei Frauen 1900 kcal und bei Männern 2400 kcal. 

Wer körperlich aktiv ist benötigt mehr Energie und hat daher automatisch einen höheren Kalorienverbrauch und somit auch einen höheren Kalorienbedarf. 

 

Wer sich nun nach einer 1000-Kalorien-Diät ernährt fügt sich also etwa nur die Hälfte der Kalorien zu, die er ursprünglich benötigt. Bei sportlicher Aktivität sogar noch weniger als die Hälfte, die er benötigt. Anders gesagt bedeutet es, dass dem Körper auch nur die Hälfte an Nährstoffen zugeführt werden, die er benötigt um optimal funktionieren zu können.

 

Nährstoffe teilen sich in zwei Bereiche auf - Makronährstoffe und Mikronährstoffe. 

Bei einer 1000-Kalorien-Diät werden dem Körper also sowohl zu wenig Makronährstoffe als auch Mikronährstoffe zugeführt.

Die Folge ist ein Mangel!

 

Mit jeder Diät summiert sich der Mangel und die Folgen können verheerend sein. 

Mangel an Makronährstoffen

Ein Mangel an Makronährstoffen führt zwangsläufig zu einer Störung des Stoffwechsels

 

Wie ich oben schon erwähnt habe, holen wir uns unsere Energie aus unserer Nahrung - aus den Kalorien, die wir zu uns nehmen. 

Das bedeutet, ohne die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß) fällt es dem Körper schwer seine Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten und seine Muskelarbeit im Beruf oder in der Freizeit durchführen zu können. Hier kann es dann schnell zu einem Energieeinbruch kommen.

Erschöpfung, dauerhafte Müdigkeit, Konzentrations-schwäche bis hin zu Atembeschwerden können die Folge sein. 

 

Wird dem Körper zu wenig "Energie" also zu wenig Kalorien zugeführt, greift er auf seine Energiereserven zurück. Das bedeutet, er geht an seine Kohlenhydratspeicher, an sein Fettdepot und zuletzt an das Protein aus den Muskeln. Letzteres ist eher unerwünscht, da es unsere Muskeln schwächt.

 

Warum ist es so wichtig, dass die Muskeln NICHT geschwächt werden?

 

Wir brauchen unsere Muskulatur für jede einzelne Bewegung und um unserem Knochenskelett halt zu geben. Ohne Muskeln könnten wir z.B. nicht gerade stehen und auch nicht einmal einen Finger heben. 

 

Wichtig!!!

Nicht zu vergessen ist, dass unser Herz auch ein Muskel ist. Dieser Muskel arbeitet Tag und Nacht und braucht daher auf jeden Fall genügend Energie um arbeiten zu können. 

 

Eine Reduktion der Kalorien und somit eine Reduktion der Energiezufuhr kann also schwerwiegende Folgen haben, besonders wenn wir an unser Herz denken. 

Mangel an Mikronährstoffen

 

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe sowie essenzielle Fettsäuren. 

 

Eine Unterversorgung kann einige Störungen im Wohlbefinden hervorrufen. Eine länger andauernde bis hin zur chronischen Unterversorgung kann jedoch Stoffwechselstörungen hervorrufen, aus denen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder sogar Krebs entstehen können. 

 

Eigentlich ist es ganz einfach:

Unser Körper funktioniert wie eine Fabrik, bestehend aus diversen Zahnrädern (Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, sekundäre Pflanzenstoffe sowie essenzielle Fettsäuren). Funktioniert irgendein Zahnrad (z.B. das Zahnrad Vitamin B) nicht richtig, so können auch die anderen Zahnräder nicht optimal funktionieren. Dies bedeutet also, dass die gesamte Fabrik (also unser Körper) nicht mehr vernünftig funktioniert.

 

Die Folge daraus ist zwangsläufig die Krankheit. 

 

Es ist also sehr wichtig für die Funktion unseres Körpers, dass die Mikronährstoffversorgung ausreichend ist. 

 

Wichtig zu wissen:

Vitamine und zahlreiche Mineralstoffe können im Körper NICHT oder nur sehr gering gebildet werden und müssen daher zugeführt werden - 

das ist lebensnotwendig!

 

Die Symptome für einen Mangel kommen schleichend und werden anfangs oft jahrelang nicht als ein Mangelsymptom wahrgenommen oder erkannt. Aus diesem Grund wird der Mangel nicht behoben und es folgen weitere Mangelsymptome, die sich über einen längeren Zeitraum "heimlich" zu einer Krankheit entwickeln. 

 


Folgende Krankheiten können sich unter anderem entwickeln:

 

Bluthochdruck

Herzinfarkt

Schlaganfall

Diabetes mellitus

grauer Star

Krebs

Parkinson

Alzheimer

Depression

psychische Störungen (Schizophrenien)

Arthritis

Tinnitus

Osteoporose

Hyperkinetisches Syndrom ("Zappelphilipp")

Einige Symptome für einen Mangel an Mikronährstoffen sind:

Antriebslosigkeit häufige Atemwegsinfekte Austrocknung der Schleimhäute Appetitlosigkeit
Allergien geistige Behinderung häufige Bindehautentzündungen Depression
Ekzeme  depressive Verstimmungen Störungen der Bewegungskoordination Durchfall
geistige Störungen Verlust des Geruchsinns Verlust des Geschmacksinns Haarausfall  
sprödes Haar Herzrhythmusstörungen Hyperaktivität Herzklopfen  
dünnes Haar schuppige Haut Rötung der Haut rissige Haut      
blasse Haut trockene Haut faltige Haut Infektanfälligkeit

Krämpfe

Kopfschmerzen   reduzierte Intelligenzentwicklung Karies
Kurzatmigkeit Konzentrationsschwäche geringe Leistungsfähigkeit Lernschwäche
Muskelschwäche Muskelschmerzen erhöhte Lichtempfindlichkeit Müdigkeit
rissige Mundwinkel Magen-Darm-Störungen weißfleckige Nägel Nachtblindheit
brüchige Nägel Nervosität Neurodermitis Psychosen
Paradontitis geringe Stresstoleranz Störungen der Schilddrüsenfunktion Schwindel
Sehstörungen Schlafstörungen Schleimhautentzündungen Schwäche
Übererregbarkeit Unfruchtbarkeit Verhaltensstörungen Verwirrtheit
Verstopfung Vergesslichkeit Wundheilungsstörungen  

Fazit

 

Der Körper braucht ALLE Nährstoffe in ausreichender Menge zum (über-)leben.

Deshalb ist auch ein Mikronährstoffmangel nicht zu unterschätzen

Und denkt daran:

Ein Mangel kommt SCHLEICHEND!

 

Achtung!!!

Wer sportlich aktiv ist benötigt mehr Kalorien (also auch mehr Nährstoffe).

Eine Diät mit 1000 Kalorien und zusätzlicher sportlicher Aktivität schadet dem Körper also doppelt!

  

Ergebnis:

Häufige Diäten = wachsender Mangel an allen Nährstoffen = schleichende Folgeerkrankungen

 

 

Tipp:

Wer den Körper gut mit Nährstoffen (Makro- sowie Mikronährstoffen) versorgt, kann einem erhöhten Medikamentenkonsum im Alter vorbeugen.

Denn es ist nicht zu vergessen, dass auch die Verwendung von Medikamenten eine schlechtere Aufnahme der Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, uvm.) und somit auch diverse Nebenwirkungen verursacht. 

Weitere Blogs aus der Blogreihe zum Thema "abnehmen" werden sein:

 

Blog 3 "Was ist der Schlüssel zum Wunschgewicht?"

Blog 4 "Wie geht das - abnehmen mit einem Gentest?"

 

Blog 3 folgt am Montag, den 24.4.2017

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